Tomokai Training 12./13. Dezember

Am Wochenende vom 12. Und 13. Dezember fand in Luzern wieder das bereits zur Tradition gewordene Jahresabschlusstraining statt. Über 140 Karatekas fanden sich in der Bruchhalle (was für ein passender Name für ein Trainingsort für Karatekas) ein. Tomokai Chefinstruktor Toni Romano und sein Team hatten den Anlass perfekt durorganisiert. Ohne freiwillige Helfer lässt sich ein solcher Event nicht organisieren. Karate ist wie eine grosse Familie, man unterstützt sich gegenseitig zum gemeinsamen Erfolg. Wenn man sich mit dem Dojokun auseinandersetzt spürt man wie stark dieses Fundament im Karate ist.

Gichin Funakoshi sagte einst dass Karate als Karate Jitsu nur dazu dient den Karatekas den Weg zur eigenen Entwicklung aufzuzeigen: aus Karate Jitsu wird Karate Do

Als Gast war Carlo Fugazza eingeladen. Er verkörpert das Shotokan Karate in Reinkultur. Direkt, Gerade, Explosiv sind die Basiseigenschaften des Shotokan. Bevor man die Vielfalt sucht müssen diese Qualitäten verinnerlicht sein. Unter diesem Aspekt wird es klar wie wertvoll das Verständnis für diese Prozesse ist.

Carlo Fugazza unterrichtete am Samstagvormittag die Kata Bassai Sho. Um eine Kata zu verstehen ist ein wenig Hintergrundwissen von Vorteil. Die Passai war eine der ersten chinesischen Kataformen die um 1380 von Chinesischen Experten nach Okinawa gebracht wurden. Es entwickelten dann sich im Laufe der Jahre in verschiedenen Dojos unterschiedliche Variationen. Meister Itosu schuf eine zweite Variation, um diese unterscheiden zu können, nannte er die erste Form Bassai Dai und die zweite Bassai Sho.

Beide Katas zeichnen sich durch Entschlossenheit aus. In der Bewegung die innere Mitte zu meistern um plötzlich zur explosiven Handlung zu wechseln ist die Herausforderung in dieser uralten Form.

Am Nachmittag zeigte Carlo Fugazza die Kata Hangetsu. Hangetsu leitet sich aus der Goshu Ryu Kata Sanchin ab. Diese Kata hatte den Ursprung in China. Die spezielle Atemtechnik soll das Ki steuern und so den Körper unempfindlich machen. In China werden solche Formen als „Iron Shirt“ oder Golden Bell“   geübt.

Gishin Funakoshi veränderte die Kata insofern als dass er den Aspekt zwischen den weichen und den harten Bewegungen deutlicher herausarbeitete. Das Verwurzeltsein in der Bewegung ist eine der grossen Herausforderungen in dieser Kata. Um das zu verstehen braucht es gute Grundlagen, ohne diese verkommt jede Form zur Hülle ohne Inhalt.

Sonntag Morgen folgte, mit Chefinstruktor Ton Romano der Zusammenzug der beiden am Vortag geübten Katas. Das Thema war die eine Kata mit der anderen Kata adaptieren und verschiedene Möglichkeiten der Kata auszutauschen, solche Trainings regen zum Überlegen an und bringen die Schüler weiter. Das ganze Karateleben lang nur äussere Formen zu üben kann auch ein Weg sein. Zu forschen und zu entwickeln ist aber sicher nachhaltiger und macht mehr Freude.

Am Samstagabend fanden sich die Dojoleiter zur Delegiertenversammlung ein. Diese ging in einer ruhigen, familiären Stimmung von der Bühne. Der Vorstand freute sich das alle Dojoleiter mit der Vorstandsarbeit einverstanden waren. Viel zu berichten gibt es nicht, Interessenten dürfen das Protokoll bei mir einsehen.

Der Sonntag war dann für einige das High Light des Jahres, Danprüfungen standen an. Die technische Kommission hatte 10 Kandidaten zu beurteilen. Bei der Prüfung geht es für die Prüfungskommission nicht nur um Abhaken von verschiedenen Positionen, sondern um eine Analyse des Potentials und Weichenstellung für eine nachhaltige Weiterentwicklung. Deshalb ist es von grösster Bedeutung dass in der Prüfungskommission Leute mit Lebenserfahrung und Karatewissen am Werk sind.

Erfreulicherweise waren alle gut vorbereitet. Das man dem einen oder anderen Kandidaten die Nervosität ansah war nachvollziehbar. Auch hier gilt es zu beurteilen war der Kandidat bequem in der Vorbereitung oder ist er wegen Nervosität überblockiert. Vom Taidokai waren Sandra Perego und Daniel Belloti anwesend, sie hatten sich beide intensiv auf die Prüfung zum Dritten Dan vorbereitet. Daniel zeigte sich beim Kumite als wahrer Haudegen, aber auch Kata und Kihon waren fehlerfrei. Sandra war austrainiert und platzte fast vor Energie. Sie zeigte eine Superleistung und schnitt mit Sehr gut ab. Mich als Trainer freut es ungemein wenn die Schüler solche Fortschritte machen.

Durch die langjährige Zusammenarbeit mit Toni Romano ist eine Freundschaftauch auch zwischen Taidokai und Taisho entstanden. Es war schön die ganze Tomokai Familie zu treffen und gemeinsam zu trainieren. Gerade in der heutigen Zeit muss man solche Anlässe pflegen damit ein Netzwerk der Freundschaft entsteht

Pierre Feldmann

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