Archiv der Kategorie: Ideen und Horizonte

Fairplay im Kindergarten

Es war wieder soweit, das Seminar für Kindergartenkinder Fair Play wurde zum dritten Mal in der Taidokai Karateschule unter der Leitung von Pierre Feldmann durchgeführt. Der Kurs fand auf
Initiative der engagierten Kindergärtnerinnen statt.
Ja, wie bringt man einem fünfjährigen Kind bei, was Fairplay ist. Kindergartenkinder haben noch eine klare Meinung für Recht und Unrecht, zwischen Unfair und Fair. Das wir diesen Themenkomplex
vertieft in einem Seminar präsentierten hat seine Gründe. Je früher dass man solche Begriffe thematisiert, desto mehr verankert wird dieses Wissen.

Punkt vierzehn Uhr trafen die Kinder in der Taidokai Karateschule ein. Dass sie sich freuten konnte man schon von weitem hören. In unserem Eingangsbereich hub ein grosses Gewusel ein. Die
Kindergärtnerinnen hatten die Kleinen Karate Aspiranten aber voll im Griff. Dojoleiter Pierre Feldmann begann mit „Englisch Unterricht“ so dass wir automatisch zum Begriff
„Fairplay“ kamen.. Wir erarbeiteten so den Inhalt des gesuchten Begriffs. Mit Gruppenspielen wurde das Gelernte in die Praxis umgesetzt.

Im Bewusstsein einer gute Sache war das Seminar ein voller Erfolg. Das zum Schluss jeder noch ein Schöggeli erhielt war natürlich der absolute Höhepunkt. Kinder sind manchmal mit so wenig glücklich.

Pierre Feldmann
Taidokai Karateschule

Kyusho Seminar in Dübendorf

Ralph Hödl organisierte am 17. März ein Kyusho Shitsu Seminar mit Matt Brown aus den USA. Leider musste Matt im letzten Moment krankheitsbedingt absagen. Statt das Ganze zu streichen, sprang Ralph kurzfristig  in die Bresche und führte ein Kurzseminar am Samstag durch. Die Themen waren korrekte Schlagwinkel in Verbindung mit Atmung und Energiesteuerung vermittels den Kenntnissen über das Kiai. Das Training war von Ralph kompetent geführt, man merkt dass er sich seit langer Zeit intensiv mit dieser Materie befasst.

Es war kein Seminar für Anfänger, Kenntnisse über diesen Themenbereich müssen vorhanden sein um profitieren zu können. Ich lerne nun schon 10 Jahre Kyusho Jitsu und fühle mich immer noch als Anfänger. Dieses Wissen ist unabdingbar um Fortschritte in seiner persönlichen Kampkunst zu generieren. Es steckt harte Arbeit dahinter. Ich werde mich in Zukunft vermehrt um diesen Themenbereich widmen um vertieft dieses Wissen  im Taidokai weiter vermitteln zu können.

Wir werden alle älter. Die körperlichen Fähigkeiten werden weniger. Irgendwann ist der physische Rahmen ausgereizt. Neue Horizonte müssen her um das bisher Erlernte weiter zu entwickeln. KJyusho Jitsu oder auch Tai Chi ist ungeeignet für Leute die lieber Fitness machen möchten.  Die Suche nach unbekannten Horizonten sind das Salz auf unserem Entwicklungsweg. Und das Wissen um diese Horizonte motivieren mich täglich aufs Neue um im Dojo diese Kenntnisse weitergeben zu können um damit positive Erfahrungen weitergeben zu können.

Pierre Feldmann

Tai Chi, die innere Mitte

Eingemittet sein, Ruhe und Gelassenheit, Kein Stress, alles im Griff haben, unzählige Begriffe die einen Wunschzustand beschreiben. Gerade in der heutigen Zeit wo Hektik uns wie Grubenpferde antreibt werden Inseln der Gelassenheit immer mehr zum Refugium der Einkehr.

Tai Chi war ursprünglich eine Kampfkunst. Während Karate oder Judo den äußeren Weg der Entwicklung gehen, beschreitet Tai Chi den inneren Weg. Nur noch wenige Meister teilen das Wissen um die Kampfkunst Tai Chi mit ihren Schülern. Faszinierend wie hier Gelassenheit und Ruhe mit einer effizienten Selbstverteidigung verschmelzen

Karate und Selbstverteidigung

Die verschiedenen Kriminalstatistiken verkünden es: die Kriminalität nimmt ab. Die Menschen auf der Strasse sehen das anders. Das Gefühl der Unsicherheit ist gewachsen und das zählt schlussendlich. Doch woher kommt diese Differenz? Trotz rückläufiger Tendenz sind die einzelnen Straftaten gegen Leib und Leben härter geworden. Soll man also einen entsprechenden Selbstvereidigungskurs besuchen?

Täter suchen immer Opfer. Opfer geben sich oft durch unsichere Körperhaltung und Harmonie suchende Kommunikation zu erkennen.. Täter spüren dies oft und handeln dementsprechend. Kann man nun in einem 10 Lektionen dauernden Kurs die eigene Persönlichkeit soweit ändern dass man entschlossen gegen feindliche Attacken entgegentreten kann?

Nein, dies kann nicht funktionieren. Man kann eine Persönlichkeitsstruktur nicht einfach so ändern, dazu braucht es langfristiges Training einerr Kampfsportart wie zum Beispiel Karate. Der entscheidende Faktor den man sich mit einem nachhaltigen Training erwirbt ist Selbstvertrauen. Mit Selbstvertrauen ändert sich auch die Körperhaltung und die Kommunikationsart, der erste Schritt weg vom Opfer hin zu selbstbestimmter Persönlichkeit ist getan.

Kampfkunst und Achtsamkeit

Es gibt Begriffe die einfach nicht zusammenzupassen scheinen. Achtsamkeit und Kampf ist so ein Begriffspaar wo man sich am Kopf kratzt. Schauen wir das mal etwas näher an. Karate hat als Grundlage den Schwertkampf. Da die japanischen Schwerter so scharf wie Rasiermesser waren, brauchte es wenig um  schwere Verletzungen zu verursachen. Von daher wird es schon klar warum Achtsamkeit das Überleben fördert.

Aber was bedeutet Achtsamkeit heute. Schliesslich ist das Schwerttragen in der Öffentlichkeit etwas verpönt. Und trotzdem lebt man die Rituale der Aufmerksamkeit in den Karate- aber auch in anderen Kampfkunstdojos weiterhin. Was steckt dahinter? Wirkt es nicht befremdlich oder sogar lächerlich wenn zwei Kontrahenten  sich vor dem Kampf gegenseitig grüssen. Diese Verbeugung ist eine gegenseitige Bekundung des Respekts und das Versprechen, fair miteinander umzugehen. Ähnliches sieht man zum Beispiel beim Schwingen, wo man das Sägemehl von des Verlierers Schulter wegwischt.

Das Ganze geht noch etwas weiter. Wenn ich lange Zeit die Aufmerksamkeit übe so wandelt sich Aufmerksamkeit zur Achtsamkeit. Ich beginne mein Gegenüber zu lesen und spüre wie seine Befindlichkeit ist. Dasselbe geschieht auch wenn man das leere Dojo grüsst. Ich beginne die Energie im Raum wahrzunehmen und kann unterscheiden zwischen negativer und positiver Stimmung.  Solche Übungen entwickeln mein Sensorium und meine Empathie im Privatleben und aber auch im Beruf. Ich beginne zu verstehen

Karate und Angst

Angst ist ein Thema dass alle interessiert und niemand sich richtig getraut darüber zu reden. Dabei ist Angst gerade im Bereich Sport und speziell im Kampfsport ein allgegenwärtiger Faktor ob wahrgenommen oder unterschwellig latent vorhanden. Wie soll man damit umgehen? Angst, aber auch das Fehlen von Angst und Zweifeln bestimmt unser Leben. Und da dies ein dermaßen bestimmender Faktor ist muss man lernen damit umzugehen. Nur… wie macht man das?

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Karate gegen Gewalt

Zugegeben, ein etwas reisserischer Titel, der bei näherer Betrachtung dennoch seine Berechtigung hat. Es ist nicht gemeint dass man vermittels japanischer Kampfkünste die Bösewichte in ihre Schranken weisen kann. Es geht darum so viel Selbstvertrauen aufzubauen das man für seine Werte in jeder Situation einstehen kann. Ein hohes Ziel das viel Zeit und Einsatz benötigt.

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Ten’i – den horizontalen Raum beherrschen

Mit Ten’i kontrolliere ich den Raum um mich. Jeder Eindringling wird
weggewiesen oder angegriffen. Ich muss gegnerische Aktionen antizipieren um situativ richtig agieren zu können. Gehe ich zum Rückzug über verliere ich mein Terrain. Ein taktischer Rückzug kann strategisch zu Ziel fü hren. Wichtig ist jederzeit meinen horizontalen Raum zu kontrollieren. Zusammen mit Kusshin ergibt sich eine optimale Bewegungstaktik

Hangeki – der Konter

Hangeki ist die Fusion zwischen Ryusui und Rakka. Das Beherrschen von Kusshin und Ten’i erarbeitet die Möglichkeit zu kontern. Entweder wende ich das Ausweichen und Ableiten (Go no sen) der gegnerischen Technik an oder ich erfasse die Bereitschaft des Gegners und kontere direkt (Sen o sen). Das Anwenden dieser Prinzipien erfordert Geduld und Selbstvertrauen. Über den Verstand lassen sich diese Prinzipien nicht erfahren, man benötigt
Intuition. So wie der Musikschüler am Anfang Mühe hat ein Stück von Chopin zu spielen und der erfahrene Konzertpianist seine Gefühle und seine Intuition einfliessen lassen kann.

Kusshin – den vertikalen Raum beherrschen

Gichin Funakoshi formulierte das Prinzip des Kusshin mit Gross und Klein, Stark und Schwach, Langsam und Schnell. Durch das Sinken wird es möglich die eigene Energien zu komprimieren um damit die gegnerische Energie einzuschliessen. Man kann die Wirkung noch verstärken in dem man das zusammenziehen durch Einatmen begleitet. Durch das Aufsteigen wird das eigene Ki freigesetzt, wie bei einer Explosion. Wird das Aufsteigen oder auch Ausdehnen durch Ausatmen begleitet, wird die Wirkung nachhaltig verstärkt.
Die Kombination von Zusammenziehen und Ausdehnen ergibt ein
vernichtendes Ergebnis.